Lesetipp: Klaus Ollinger → Beiträge zur Geschichte der Heimerziehung im Saarland

Innovative Beiträge zur Weiterentwicklung der Erziehungshilfen

Unsere innovativen Beiträge zur Weiterentwicklung der Erziehungshilfen im Überblick:

Bereits seit Sommer 1978 arbeiten wir mit zwei Fünftage-Wohngruppen, also zweigleisige bzw. systemische Erziehungshilfe mit den Minderjährigen (von Montag bis Freitag) und ihren Angehörigen (mit intensiver Familienarbeit bei allen Klienten). Der partnerschaftliche Umgang mit den Klienten war uns so wichtig, daß wir dieses Merkmal in den Namen hineinnahmen.

Schon vor 30 Jahren haben wir also:

  1. die stationäre Erziehungshilfe räumlich und beziehungsmäßig in die Nähe der Herkunftsfamilien angesiedelt (,,milieuverbunden„), um die Ressourcen der Familien zu nutzen und die Erziehungsverantwortung zu teilen; daher Betreuung in der Einrichtung nur an Werktagen und klare Rückführungsabsicht nach überschaubarer Zeit (Schuljahre als Behandlungsjahre, „therapeutische Funktion“);
  2. die intensive, systematische Familienarbeit vom Heim aus mit speziellen Fachleuten und eigenem Etat für Sachmittel konzipiert und realisiert;
  3. die regelmäßige Nachbetreuung nach der Entlassung als Regelangebot institutionalisiert und ihre kostendeckende Finanzierung erreicht,
  4. einzelne Tageskinder zusammen mit den „Bettenkindern“ betreut bzw. den flexiblen Übergang von einer Form in die andere in der gleichen Gruppe ermöglicht.
  5. Die Schaffung flexibler Strukturformen zu bedarfsgerechteren, verbindlicheren Hilfeformen steht seit dem Jahr 2002 bei unseren Weiterentwicklungen im Vordergrund.

„Wie ich denn auf die Idee käme, Personal und Sachmittel für Familienarbeit in den Pflegesatz eines Kinderheimes hineinbringen zu wollen, - weil das doch die Arbeit des Jugendamtes sei, entrüstete sich im Juli 1978 zunächst der zuständige Geschäftsführer der Pflegesatz-Kommission im saarländischen Sozialministerium über unsere Konzeption und Pflegesatzgestaltung. Aber unsere Argumentation überzeugte schließlich ihn und die gesamte Pflegesatz-Kommission“. Klaus Ollinger

Bei vielen Fachtagungen stellten wir unsere neuen Ansätze dar:

Veröffentlichungen

1981 (AHS), 1982 (IGfH), 1992 (CONEN, M.L. Hg.)

Unsere Fachtagungen mit Podiumsdiskussionen zur Weiterentwicklung der Erziehungshilfen anläßlich unseres 15- und 20- jährigen Bestehens mit den Verschriftungen der Beiträge sind beachtete Wegmarkierungen.

Weitere Innovationen:

Ab 1990 spezielle Formen von Sozialer Gruppenarbeit gemäß § 29 SGB VIII, ab 1996 Erziehungsberatung für Klienten des Jugendamtes gemäß § 28 SGB VIII und Einrichtung eines offenen Jugendclubs (1998).

Der Bogen unseres Leitbildes vom partnerschaftlichen Umgang mit den Klienten schließt sich letztendlich 1997 mit der Schaffung von Heimbeiräten einerseits für die Minderjährigen, andererseits für die Angehörigen der Minderjährigen (Veröffentlichung im „FORUM“ der IGfH 1999).